27.08.07 14:25 Alter: 12 Monat(e)

Dichtheitsprüfungen – Unseriöse Angebote an der Haustür

Abwasserleitungen müssen dicht sein – dafür haben in Minden die Städtischen Betriebe als Eigentümerin und Kanalnetzbetreiberin aber auch die Bürgerinnen und Bürger zu sorgen. Hauseigentümer sind laut Bauordnung NRW verpflichtet, die Dichtheit der Abwasserleitungen vom Haus zum Hauptkanal bis spätestens 31. Dezember 2015 nachzuweisen.


Diese Bürger-Pflicht machen sich landesweit Unternehmen mit unseriösen Angeboten zu Nutze, um an der Haustür Geschäfte mit Hauseigentümern abzuschließen. Im Frühjahr waren Anbieter vermehrt in den Ortsteilen Dankersen und Rodenbeck unterwegs, so der Bereich Abwasser der Städtischen Betriebe Minden. Einige Bürgerinnen und Bürger hätten sich bereits gemeldet. Auch für Hahlen und die übrigen westlichen Stadtteile Mindens sind immer mal wieder solche "Haustürangebote" zu erwarten.

Die Masche ist laut Stadt Minden im Grunde genommen immer die gleiche: Die Firmen bieten über Call-Center, Werbeflyer oder bei Hausbesuchen eine Überprüfung des Kanalhausanschlusses für rund 50 Euro oder sogar kostenlos an. „Allein dieser Preis ist für die aufwendige Prüfung schon unrealistisch“, sagt Rolf Thomashoff, Leiter des Bereiches Abwasser. Unseriös sei das Angebot darüber hinaus insgesamt, weil in Minden laut Entwässerungssatzung nur so genannte zugelassene Sachkundige Dichtheitsprüfungen durchführen dürfen. Diese erhalten von den Städtischen Betrieben eine Zulassungsbescheinigung, die sie vorzeigen können.

Auch der Verband deutscher Rohr- und Kanal-Technik-Unternehmen e. V. (VDRK) warnt vor dieser neuen Betrugsmasche. Immer häufiger werde damit geworben, kostenlos beziehungsweise zu einem auffallend geringen Entgelt, TV-Untersuchungen an privaten Abwasseranlagen durchzuführen. Der geringe Preis diene nur der Umgehung der Fristen beim Haustürgeschäft, so der VDRK.   Als Beweis werden den Hauseigentümern nach der Untersuchung Aufzeichnungen der Kamera vorgeführt. „Der ahnungslose Bürger ist aber nicht in der Lage zu erkennen, ob die Aufzeichnungen tatsächlich von seinem Grundstück stammen“, so der VDRK. Meist liege schon eine „vorbereitete“ Videoversion von völlig desolaten Rohren bereit, mit der der Zustand „bewiesen wird“. Der Auftraggeber wird an dieser Stelle meist genötigt, den Auftrag zu erweitern. Dabei kommen dann Rechnungsbeträge von 1.500 Euro bis weit über 5.000 Euro zustande, die nicht notwendig wären.

Der Verband deutscher Rohr- und Kanal-Technik-Unternehmen rät Bürgerinnen und Bürgern, sich keine noch so günstigen Angebote am Telefon aufschwatzen und sich bei Hausbesuchen nicht durch die Größe der Werbeanzeigen in den Gelben Seiten täuschen zu lassen. Seriös arbeitende Unternehmen beraten umfassend und unterbreiten ein detailliertes schriftliches Angebot ohne Druck auszuüben. „Fragen Sie auch nach anerkannten Qualifizierungen“, so der VDRK. Sollte bereits ein Auftrag erteilt worden sein, habe der Auftraggeber ein 14-tägiges Rücktrittsrecht.

Eine Liste der Sachkundigen für Minden – hier haben sich zahlreiche Unternehmen und Fachleute  beworben – wurde erstellt. Die Liste ist unter www.minden.de auch im Internet zu finden. Nähere Auskünfte erteilen Thomas Klöpper, Telefon 89-954 (t.kloepper@minden.de), oder Wilhelm Rodenbeck, Telefon 89-964.

„Wenn eine Dichtheitsprüfung durch einen Sachkundigen vorgenommen wurde, muss über das Ergebnis eine Bescheinigung gefertigt werden, die vom Eigentümer oder der Eigentümerin aufzubewahren und der Stadt Minden auf Verlangen vorzulegen ist“, erklärt Wilhelm Rodenbeck, verantwortlich für Planen, Bauen und Sanieren im Bereich Abwasser. Diese Bescheinigung dürfen in Minden ausschließlich die zugelassenen Sachkundigen erstellen.


 

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Tel. 0571-41337

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